+++ Version vom Winter 2025/2026 +++
Inhalte und Zielpublikum
Das Modul richtet sich primär an Studierende im Lehramt für Deutsch (erstsprachig) in der Sekundarstufe , die sich auf ihre Examensprüfung vorbereiten. Es werden einerseits deskriptive grammatische Inhalte wiederholt, andererseits Konzepte der Grammatikvermittlung besprochen und auf Aufgaben aus schulischen Lehrwerken angewandt. Im Interesse steht dabei der fachwissenschaftliche Blickwinkel auf Grammatikvermittlung, nicht primär der didaktische. Da die Lehramtsausbildung auch für (angehende) Forschende in germanistischer Linguistik die wichtigste sinn- und finanzierungsstiftende Säule ihrer Existenz ist, ist dieses Modul auch für Masterstudierende geeignet.
Grundlage bilden meine Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen in der aktuell dritten Auflage (EGBD3), die Materialien aus Stefan Lotzes Seminar zur Syntax (Link folgt) sowie das Buch Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht von Ursula Bredel in der zweiten Auflage von 2013 (Link zur Thulb).
Organisation
Seminarablauf Grammatik
- Alle müssen die jeweiligen Textabschnitte gelesen haben.
- Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Absatz (oder Textabschnitte) bis zu ca. einer halben Seite aus. Sie geben den Verweis auf den Abschnitt (z.B.: Seite 13, mittlerer Absatz) am Anfang der Sitzung auf Karten/Zetteln beim Dozenten ab. Jeder bekommt die Karte eines anderen Teilnehmers. Sie haben daraufhin 10 Minuten Zeit, die zugelosten Textabschnitte nochmal durchzulesen. Drei zufällig ausgewählte Teilnehmer fassen dann den zugelosten Textabschnitt in je maximal 3 Minuten zusammen, ordnen ihn ein und beziehen ihn auf praktische Fragen. [25 Minuten]
- Sie suchen zuhause selbst weitere Beispiele, mit denen man die im Text besprochenen grammatischen Phänomene illustrieren und erklären kann. Die Beispiele werden reihum genannt und kurz besprochen. Die Wahl Ihrer Hilfsmittel machen Sie dabei bitte transparent, zumal alle denkbaren Hilfsmittel zulässig sind. [Bei ca. 10 Teilnehmern und 1–3 Minuten pro Teilnehmer 10–30 Minuten]
- Sie erhalten außerdem einen primärsprachlichen Text zur Vorbereitung. Wir suchen gemeinsam im Text nach Konstruktionen, Formen und Merkmalen, die zum besprochenen Phänomenbereich gehören. Sie sollten natürlich zuhause bereits passende Stellen im Text gesucht haben. Anders gesagt analysieren wir den Text auf die besprochenen grammatischen Phänomene hin. [Restliche Zeit]
Seminarablauf Grammatikvermittlung : Lektüre
- Alle müssen immer die jeweiligen Texte/Textabschnitte gelesen haben.
- Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Absatz (oder Textabschnitte) bis zu ca. einer halben Seite aus. Per Zufall werden in der Sitzung fünf Personen ausgewählt, die ihren jeweiligen Textabschnitt in 3–5 Minuten zusammenfassen, einordnen und auf praktische Fragen beziehen. Alle anderen können jederzeit Fragen stellen. Eine Zusammenfassung Ihrer Auseinandersetzung mit der Textstelle geben Sie am Anfang auf einer halben bis einer A4-Seite maschinenschriftlich ab. [15–25 Minuten]
- Sie bringen zwei – offenen und verständnisbezogenen – Fragen aus der Textlektüre mit. Es dürfen keine einfachen Definitionsfragen oder Wissensfragen sein. Diese Fragen geben Sie auf Karteikarten/Zetteln am Anfang der Sitzung ab. Wir beantworten dann die Fragen im Plenum. Die Frage wird
Seminarablauf Grammatikvermittlung : Lehrwerksanalyse
- Jeweils zwei bis drei Teilnehmende schauen sich zur Vorbereitung eine vorher vereinbarte Schulbuchaufgabe zuhause gemeinsam oder als Gruppe an.
- In der Sitzung leiten diese Teilnehmenden die Diskussion zu diesen Aufgaben: Zunächst bekommen alla Teilnehmenden die Aufgabe vorgelegt und können sie sich in Stillarbeit anschauen [5 Minuten]. Dann lösen Sie die Aufgaben ganz oder exemplarisch interaktiv mit den anderen Teilnehmenden [5–10 Minuten]. Im nächsten Schritt animieren Sie durch strukturierte Fragen, die anderen Teilnehmenden (1) das erforderliche Hintergrundwissen für die Aufgabe [10 Minuten] (2) die Qualität und Auswahl der Beispiele [5 Minuten] und (3) die Vermittlungsmethode der Aufgabe zu reflektieren [5 Minuten]. [Für die Vorstellung und Abschlussdisksussion rechnen Sie ca. weitere 5 Minuten ein.] Teil der Diskussion soll der Versuch sein, vorauszusehen, an welchen Stellen die Aufgabe im Deutschunterricht gut funktionieren oder Probleme verursachen könnte. Gerne dürfen Sie Verbesserungsvorschläge herausarbeiten. Wir besprechen so drei Aufgaben pro Woche.
Prüfung
Die Examensprüfung besteht aus zwei Teilen: (1) Grammatische Analysefragen zum Deutschen (phonologische Analysen sowie Wort- und Satzanalysen). (2) Analyse von Schulbuchaufgaben im Rahmen der besprochenen Vermittlungsansätze.
Seminarplan
| Datum | Grammatik (EGBD3) | Vermittlung (Bredel) |
|---|---|---|
| 13. Oktober | Vorbesprechung | Vorbesprechung |
| 20. Oktober | Phonetik (4) | Sprachbetrachtung und die Rolle der Schrift (1.1–1.3) |
| 27. Oktober | Segmentale Phonologie (5.1) | Metasprache und Metakommunikation (1.4) |
| 3. November | Prosodie (5.2) | Können und Wissen (1.5) |
| 10. November | — | — |
| 17. November | Wortbildung (8) | Norm (1.6) |
| 24. November | Nominalflexion (9) | Übung Wortbildung |
| 1. Dezember | Verbalflexion (10) | Repetitorium zur Verbflexion | — |
| 8. Dezember | Phrasen (12) | Bildungssprache (Feilke, Gogolin/Lange) | Literaturpaket (Falls Download fehlschlägt, bitte Browser-Einstellungen für "unsichere Downloads" überprüfen.) |
| 15. Dezember | Sätze (13) | Sprachliche Bewusstheit (2.1) |
| 5. Januar | Prädikate, Subjekte und Objekte (14.1, 14.2, 14.4, 14.5) | … und ihre Entstehung (2.2–2.3) |
| 12. Januar | Phonologische Schreibprinzipien (15) | Konzepte des Grammatikunterrichts (3.2) |
| 19. Januar | Morphosyntaktische Schreibprinzipien (16) | Lehrwerksanalyse |
| 26. Januar | Kern und Peripherie (Eisenberg) | Lehrwerksanalyse |
| 2. Februar | Wiederholung/Fragen | Lehrwerksanalyse |