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Grammatik in der Praxis (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

Dieses Seminar richtet sich vor allem an Lehramtsstudierende im Fach Deutsch, ist aber auch für BA-Studierende der Germanistik geeignet. Inhaltlich wird eine Vertrautheit mit den Inhalten der Module Morphologie und Syntax erwartet.

Im Seminar werden grammatische Themen aus der Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen (EGBD3) und teilweise aus der Einführung in die Phonetik/Phonologie systematisch wiederholt und gefestigt. Der entscheidende Unterschied zu den Einführungsmodulen besteht in der Methode: Wir arbeiten durchgehend mit authentischen Texten verschiedener Textsorten und Register. In jeder Sitzung wird ein grammatisches oder graphematisches Thema wiederholt und in konkreten Texten analysiert. Dabei werden drei Ziele verfolgt:

  • Festigung der deskriptiven Grammatikkenntnisse durch wiederholte Anwendung auf reale sprachliche Daten
  • Erarbeitung textsorten- und registerspezifischer grammatischer Funktionen – also die Frage, warum bestimmte grammatische Mittel in bestimmten Textsorten besonders häufig oder funktional sind
  • Vorbereitung auf schulische Vermittlungssituationen, da die Arbeit mit Texten gerade für die Grammatikvermittlung in der Schule herausragend geeignet ist

Für Lehramtsstudierende ist dieses Seminar besonders relevant: Der Thüringer Lehrplan Deutsch fordert im Bereich Sprachreflexion durchgängig, dass Lernende sprachliche Strukturen auf Wort-, Satz- und Textebene analysieren, in ihrer Funktion und Wirkung beurteilen und intentionsgerecht anwenden können. Das setzt voraus, dass Lehrpersonen grammatische Formen sicher erkennen und ihre Funktion in konkreten Texten beurteilen können. Genau das üben wir hier. Auch die lehrplanrelevanten Bereiche Textsortenkenntnis, Registerbewusstsein und normsprachliche Korrektheit werden durch die textanalytische Arbeit adressiert.

Für BA-Studierende gilt: Eine gute Beherrschung der deskriptiven Grammatik des Deutschen ist für alle Germanist*innen eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung – unabhängig davon, ob Sie später in der Forschung, im Verlagswesen, in der Sprachberatung oder in einem anderen Berufsfeld arbeiten. Die textanalytische Perspektive dieses Seminars schärft dabei den Blick für sprachliche Strukturen weit über die Grammatik im engeren Sinn hinaus.

Seminarablauf

  • Jede Sitzung besteht aus zwei Teilen: Wiederholung eines grammatischen/graphematischen Themas und Textanalyse.
  • Vorbereitung Wiederholung: Sie lesen die angegebenen Kapitel/Abschnitte aus EGBD3 und die zugehörigen Materialien nach. Videos zur Wiederholung finden Sie auf den Webseiten zu Morphologie und Syntax. [ca. 30 Minuten]
  • Vorbereitung Textanalyse: Sie erhalten vorab einen Text. Zuhause identifizieren Sie Konstruktionen, Formen und Merkmale, die zum Thema der jeweiligen Sitzung gehören. In der Sitzung analysieren wir den Text gemeinsam und erarbeiten, welche grammatischen Mittel textsortenspezifisch oder registerspezifisch eingesetzt werden und welche Funktionen sie erfüllen. [ca. 60 Minuten]
  • Die Texte stammen aus verschiedenen Textsorten und Registern und werden je nach urheberrechtlicher Situationüber die Webseite oder Moodle zur Verfügung gestellt.

Prüfung

Module zu diesem Seminar (B-GSW-107 oder B-GSW-108) werden mit einenr mündlichen Prüfung abgeschhlossen.

Seminarplan mit Links zu den Materialien

Grundlage ist EGBD3. Die Kapitel- und Abschnittnummern beziehen sich auf die dritte Auflage.

DatumThema (EGBD3)
14. AprilSilben und Wörter (5.2)
21. AprilWortbildung (8)
28. AprilWortbildung (8)
5. MaiNominalflexion (9)
12. MaiNominalflexion (9)
19. MaiVerbflexion (10)
26. MaiPhrasen (12)
2. JuniPhrasen (12)
9. JuniSätze und Felder (13)
16. JuniSätze und Felder (13)
23. JuniNebensätze
30. JuniPassive
7. JuliSubjekte und Objekte

Der Kern der deutschen Grammatik und Graphematik (Examensvorbereitung II)

+++ Version vom Sommer 2026 +++

Inhalte und Zielpublikum

Das Modul richtet sich primär an Studierende im Lehramt für Deutsch (erstsprachig) in der Sekundarstufe , die sich auf ihre Examensprüfung vorbereiten. Es werden deskriptive grammatische Inhalte (Phonologie, Morphologie, Syntax, Graphematik) wiederholt und geübt. Zusätzlich werden Konzepte der Grammatikvermittlung besprochen sowie die Materialauswahl für den Schulunterricht geübt. Im Interesse steht dabei der fachwissenschaftliche Blickwinkel auf Grammatikvermittlung, nicht primär der didaktische. Da die Lehramtsausbildung auch für (angehende) Forschende und Lehrende in der germanistischen Linguistik die wichtigste sinn- und finanzierungsstiftende Säule ihrer Existenz ist, ist dieses Modul auch für Masterstudierende geeignet.

Der Unterschied zum Modul Grammatische Beschreibung und schulische Grammatikvermittlung (Wintersemester, informell Examensvorbereitung I) besteht vor allem darin, dass wir hier Beispiele für Übungsmaterial selbst zusammenstellen und nicht existierende Aufgaben analysieren. Dies erfordert es, dass wir uns genauer mit den Konzepten des Systemkerns und der Systemperipherie (bekannt z.B. aus der Morphologie in Form von Kernwörtern und Fremdwörtern) auseinandersetzen.

Literatur

  • Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen in der dritten Auflage von 2016 (EGBD3)
  • Das Fremdwort im Deutschen von Peter Eisenberg in der dritten Auflage von 2018: Link zur Thulb (nur einige Teile aus der Einleitung zum Systemkern)
  • Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht von Ursula Bredel in der zweiten Auflage von 2013: Link zur Thulb (nur in geringfügigen Auszügen)
  • Artikel Feilke (2012) Bildungssprache
  • Artikel Ossner (2007) Grammatik in Schulbüchern
  • Eisenberg & Menzel (1995) Grammatikwerkstatt

Organisation

Seminarablauf Grammatik (ca. 120–180 Minuten pro Woche)

  • Alle müssen die jeweiligen Textabschnitte gelesen haben.
  • Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Textabschnitt von ca. 3–5 Seiten aus dem gegebenen Kapitel/Text zur Sitzung aus, über den Sie im Seminar sprechen möchten. Die Abschnitte werden über Moodle gesammelt und in der Lehrveranstaltung anderen Teilnehmern zugelost, die sie daraufhin (nach ca. 15 Minuten Einarbeitungszeit) referieren. Die zufällig ausgewählte Teilnehmer fassen den Textabschnitt zusammen, ordnen ihn ein und beziehen ihn auf praktische Fragen. [30–45 Minuten]
  • Im weiteren Verlauf üben wir das grammatische Thema und überlegen, nach welchen Kriterien entsprechendes Übungsmaterial zusammengestellt werden könnte (Anwendungsbezug). [75–150 Minuten]

Seminarablauf Lektüre (ca. 60 Minuten in den betreffenden Wochen)

  • Alle müssen immer die jeweiligen Texte/Textabschnitte gelesen haben.
  • Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Textabschnitt von 3–5 Seiten aus. Per Zufall werden in der Sitzung fünf Personen ausgewählt, die ihren jeweiligen Textabschnitt kurz zusammenfassen, einordnen und auf praktische Fragen beziehen. Alle anderen können jederzeit Fragen stellen. [30 Minuten]
  • Wir diskutieren Inhalt und Relevanz des Texts. [30 Minuten]

Prüfung

Schriftliche Examensprüfungen bestehen aus drei gleich stark gewichteten Teilen:

  1. Grammatische Analysefragen zum Deutschen (Morphologie, Syntax, Phonologie und Graphematik)
  2. Kurze inhaltliche Darstellung eines der gelesenen Texte (Auswahl aus drei zur Auswahl gestellten Texten)
  3. Konzeption einer Lerneinheit zu einem grammatischen Thema, das aus einer Liste von fünf gegebenen Themen gewählt werden kann.

Mündliche Examensprüfungen bestehen nur aus einem Teil, entsprechend Teil 3 der schriftlichen Prüfung: Wir führen ein Gespräch über die Konzeption einer Lerneinheit zu einem grammatischen Thema (und in diesem Rahmen ein Gespräch über das grammatische Thema selbst). Sie geben vorher drei Themen an, auf die Sie sich vorbereiten, und eins wird direkt vor der Prüfung durch die Prüfenden ausgewählt. Sie erhalten zusätzlich 30 Minuten Vorbereitungszeit vor der Prüfung nach Auswahl des Themas.

Seminarplan

Sitzung vom 1. Juni 2026: Bitte schauen Sie sich Aufgabe 2.7 aus dem Einstiegstest Morphologie an. Zum Themaverbformen gibt es außerdem das Repetitorium zu den Verbformen (inkl. Übungen).

DatumGrammatik (EGBD3)Lektüre
13. AprilSilbenstruktur (5.2)
20. AprilWortbildung (8)Eisenberg: Kern/Fremdwort Abschnitt 1.3 (S. 15–28) + EGBD3 Abschnitt 1.1.5 (S. 9–13)
27. AprilNominalflexion (9.1 und 9.2)Sprachbetrachtung und die Rolle der Schrift (Bredel 1.1–1.3)
4. Mai
11. MaiNominalflexion (9.3 und 9.4)
18. MaiVerbflexion (10)Sprachliche Bewusstheit (Bredel 2.1)
1. JuniSätze und Felder (13)Konzepte des Grammatikunterrichts (Bredel 3.2)
8. JuniNebensätze (13.4)Eisenberg & Menzel (1995)
15. JuniPassive (14.4–14.5)Feilke (2012)
22. JuniSubjekte und Objekte (14.2 und 14.3)Ossner (2015)
29. JuniSchreibprinzipien 1 (15.2 und 16.1.1–16.1.2)
6. JuliSchreibprinzipien 2 (tba)

Grammatische Beschreibung und schulische Grammatikvermittlung (Examensvorbereitung I)

Inhalte und Zielpublikum

Das Modul richtet sich primär an Studierende im Lehramt für Deutsch (erstsprachig) in der Sekundarstufe, die sich auf ihre Examensprüfung vorbereiten. Es werden einerseits deskriptive grammatische Inhalte wiederholt und vertieft, andererseits wird systematisch geübt, wie grammatischen informiert Übungsmaterial für den Schulunterricht zusammengestellt werden kann. Im Interesse steht dabei durchgehend der fachwissenschaftliche Blickwinkel auf Grammatikvermittlung, nicht primär der didaktische. Da die Lehramtsausbildung auch für (angehende) Forschende und Lehrende in der germanistischen Linguistik die wichtigste sinn- und finanzierungsstiftende Säule ihrer Existenz ist, ist dieses Modul auch für Masterstudierende geeignet. Grundlage bilden meine Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen (EGBD) sowie ausgewählte Auszüge aus der Literatur zu Grammatik im Lehramt (siehe unten).

Weitere Literatur (wird als Paket zur Verfügung gestellt)

  • Bredel: Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht
  • Feilke: Bildungssprachliche Kompetenzen – Fördern und entwickeln
  • Gogolin/Lange: Bildungssprache und durchgängige Sprachbildung
  • Eisenberg/Menzel: Grammatikwerkstatt
  • Eisenberg: Wieviel Grammatik braucht die Schule?
  • Sayatz/Schäfer: Die germanistische Linguistik als Fachwissenschaft in der Lehramtsausbildung

Organisation

Das Seminar gliedert sich in zwei Phasen: eine dreiwöchige Eingangsphase mit der Lektüre zentraler Texte und einen umfangreicheren Hauptteil, in dem Woche für Woche ein grammatisches Phänomen funktional untersucht wird und studentische Vorkonzepte vorgestellt werden.

Eingangsphase: Lektüre zentraler Texte (ca. 3 Wochen)

In den ersten drei Wochen lesen wir wenige, gezielt ausgewählte Auszüge aus der Literatur zur Grammatik im Lehramt. Es gilt folgender Ablauf:

  • Alle müssen immer die jeweiligen Texte/Textabschnitte gelesen haben.
  • Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Absatz (oder Textabschnitt) bis zu ca. einer halben Seite aus. Per Zufall werden in der Sitzung fünf Personen ausgewählt, die ihren jeweiligen Textabschnitt in 3–5 Minuten zusammenfassen, einordnen und auf praktische Fragen beziehen. Alle anderen können jederzeit Fragen stellen.
  • Sie bringen zwei – offene und verständnisbezogene – Fragen aus der Textlektüre mit. Es dürfen keine einfachen Definitions- oder Wissensfragen sein. Diese Fragen geben Sie auf Karteikarten/Zetteln am Anfang der Sitzung ab. Wir beantworten die Fragen anschließend im Plenum.

Hauptteil: Funktionsanalyse und Vorkonzepte (ca. 10 Wochen)

In den verbleibenden Wochen werden von Woche zu Woche Teile aus der EGBD gelesen und im Seminar besprochen. Jede dieser Sitzungen besteht aus zwei Teilen.

Erster Teil: Lektüre und Funktionsanalyse

Wir besprechen die gelesenen Teile aus der EGBD inhaltlich und untersuchen die behandelten grammatischen Mittel auf ihre Funktion. Dabei kommen die klassischen Tests bzw. Proben nach Glinz zum Einsatz (Verschiebeprobe, Ersatzprobe, Weglassprobe usw.). Hinzu kommt – wo angemessen – meine Variantenprobe: Versuche einen Satz, in dem ein grammatisches Mittel X eingesetzt wird, so umzuformulieren, dass X nicht verwendet wird, ohne dass sich sonst etwas ändert. Dadurch kommt man der Funktion eines grammatischen Mittels näher und entwickelt Variantenbewusstsein. Spezifisch bildungssprachliche Funktionen grammatischer Mittel werden konsequent nach Feilkes Taxonomie von Explizieren – Verdichten – Verallgemeinern – Diskutieren eingeordnet.

Zweiter Teil: Vorstellung von Vorkonzepten

Im zweiten Teil stellen einzelne Teilnehmende Vorkonzepte für Unterrichtseinheiten zum grammatischen Thema der Vorwoche vor und stellen sie zur Diskussion.

Anforderungen an die Vorkonzepte

Über das Semester erstellen alle Teilnehmenden mindestens zwei Vorkonzepte zum selben Thema oder zu zwei verschiedenen Themen (z.B. Tempus, Konjunktiv, Objekte und Adverbiale, Relativsätze, Passiv). Es muss je ein Vorkonzept für die Niveaustufen 5.–7. Klasse und 8.–10. Klasse sein. Ein Vorkonzept umfasst:

  • Faktenzusammenfassung (ca. eine A4-Seite): die wesentlichen Fakten zum grammatischen Phänomen, niveaugerecht aufbereitet.
  • Beispiele (der Kern des Konzepts): eine Zusammenstellung von Sätzen und/oder kurzen Texten, an denen das Phänomen induktiv oder gemischt induktiv–deduktiv mit Schülern erarbeitet werden kann. Die Beispiele beginnen mit dem Kern des Systems und prototypischen, einfachen Fällen und folgen einer Progression zu komplexeren bzw. dem Kern ferneren Verwendungen.
  • Lernzieldefinition nach Form und Funktion.
  • Reflexion, wie stark induktiv oder deduktiv das Phänomen auf der jeweiligen Niveaustufe vermittelt werden kann oder sollte.
  • Auswahl von Proben oder vergleichbaren Erkenntnisprozeduren, die bei der Arbeit mit den Beispielen angewendet werden können.
  • Lehrplanbezug: ein knapper Überblick anhand des einschlägigen Lehrplans/Rahmenlehrplans für das Fach Deutsch, welche relevanten Kompetenzen durch das gewählte Thema vermittelt werden.

Abgrenzung: Spezifisch didaktische Vermittlungsaspekte (Methodik, Sozialformen, konkrete Stundenverlaufsplanung) werden bewusst nicht einbezogen. Das Seminar stellt die Rolle der linguistischen Fachwissenschaft bei der Erstellung von Aufgaben in den Mittelpunkt: Form und Funktion, Kern und Peripherie, Beispielprogression und Probenauswahl. Die geforderte Lernzieldefinition und die Induktiv-deduktiv-Reflexion dienen dabei nur dazu, die fachliche Materialauswahl zu rahmen, nicht als didaktische Verlaufsplanung.

Prüfung

  • Mündliche Prüfung: Konzeption eines Vorkonzepts zu einem gegebenen Thema. Vor der Prüfung erhalten Sie 45 Minuten Vorbereitungszeit.
  • Schriftliche Prüfung: eine Reihe von Grammatikaufgaben zur Wiederholung sowie ein Hauptteil, in dem – wie in der mündlichen Prüfung – ein Vorkonzept entwickelt werden soll.
  • Hausarbeit: ein oder zwei ausgearbeitete Vorkonzepte mit gründlicher Recherche.

Sprachphilosophie (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

In dieser Lehrveranstaltung wird in die linguistisch orientierte analytische Sprachphilosophie des 20. Jahrhunderts aus Sicht der Linguistik eingeführt. Wir besprechen und lesen Frege, Russell, Davidson, Kripke, Montague, evtl. Wittgenstein oder Grice, und ein paar Opponenten der Genannten. Ich bin kein Philosoph, und ich täusche auch nicht vor, einer zu sein. Ich versuche den Teilnehmenden nur näherzubringen, wie stark Teile der Linguistik (z.B. die formale Semantik) aus der Sprachphilosophie entstanden sind.

Die Veranstaltung ist für alle fortgeschrittenen Studierenden der Linguistik, der Germanistik und des Lehramtsstudiums Deutsch (Sek 2) geeignet. Außer guten Grammatikkenntnissen sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Eine kurze Einführung in die Logik und ein Einblick in die formale Semantik werden im Seminar gegeben und sind keine Voraussetzung. Für Philosophiestudenten ist dieses Seminar nicht oder nur bedingt geeignet, weil es nicht das der Philosophie angemessene Niveau erreichen kann.

Wichtig: Wir beginnen mit der Lektüre von ca. 200 Seiten aus einer Einführung in englischer Sprache (Lycan: Philosophy of Language). Sie müssen Englisch lesen können. Im Anschluss lesen wir ausgewählte Texte von Sprachphilosophen oder Ausschnitte daraus. Sie benötigen eine gewisse Frustrationstoleranz beim Lesen widerspenstiger Texte. Sobald Sie versuchen, LLMs (z.B. ChatGPT) einzusetzen, anstatt die Texte zu lesen und zu verstehen, können Sie es gleich bleiben lassen. Im Seminar werden zudem Diskussionsformen und Hausaufgaben eingesetzt, die es unmöglich machen, mit LLMs erfolgreich zum Abschluss zu kommen.

In der Abschlussklausur (Staatsexamen) müssen Sie einen der Texte diskutieren und in Bezug zu den anderen Texten setzen. Sie erhalten dazu in der Prüfung zwei Texte zur Auswahl, sodass Sie z.B. zwischen Frege und Kripke wählen können.

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Grundriss der deutschen Grammatik (SE)

Inhalte und Zielpublikum

Alle, die Germanistik oder Deutsche Philologie studiert haben, sollten sich in ihrem Studium einen Überblick über das grammatische System des Deutschen angeeignet haben. Die Einführungsveranstaltungen eignen sich dazu aus Zeitgründen nur bedingt. Dieses Seminar hilft Teilnehmenden, ihr Fähigkeiten in der grammatischen Analyse des Deutschen zu vertiefen und souveräner im Umgang mit grammatischen Sachverhalten zu werden. Dazu versuchen sie zunächst, aus flachen Quellen (wie StudySmarter und ChatGPT) substanzielles Wissen über Themen der Grammatik des Deutschen zu gewinnen. In der zweiten Hälfte des Seminars versuchen sie, dieselben Themen fundiert durch Lektüre meiner Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen und des Grundrisses der deutschen Grammatik von Peter Eisenberg (Achtung: Wir verwenden die 3. Auflage!) und einer weiteren (selbst gesuchten bzw. gewählten) wissenschaftlichen Quelle zu erschließen.

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Deutsche Morphologie (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

In diesem Seminar wird vor allem die Morphologie (Formenlehre) des Deutschen besprochen. Dabei wird auch die Strukturierung des Wortschatzes (also des sogenannten Lexikons) durch wortklassenbezogene Generalisierungen (Flexionsklassen, Ableitungen, Valenzmuster usw.) in den Vordergrund gestellt. Das Seminar basiert auf meiner Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen. Die nötigen Vorkenntnisse in Einklang mit dem Rahmenlehrplan für das Fach Deutsch in Thüringen definiert der Einstiegstest Morphologie.

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Deutsche Syntax (Vorlesung)

Inhalte und Zielpublikum

In dieser Vorlesung führe ich in ein didaktisiertes Beschreibungsformat für syntaktische Strukturen ein, in dem dann die fundamentalen syntaktischen Strukturen des Deutschen (Phrasentypen und Satztypen) modelliert werden. Die Vorlesung basiert auf meiner Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen. Die nötigen Vorkenntnisse in Einklang mit dem Rahmenlehrplan für das Fach Deutsch in Thüringen definiert der Einstiegstest Syntax. Die Vorlesung wendet sich ausdrücklich an alle, die Germanistik in der Basisphase studieren, also vor allem Deutsch-Lehramtstudierende und Fachstudierende in Germanistik oder germanistischer Linguistik.

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Probabilistische Grammatik (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

Dieses Seminar richtet sich an alle, die sich für Variation und ihre Modellierung im Deutschen oder anderen Sprachen interessieren. Dabei geht es vor allem nicht um die üblichen Dimensionen wie dialektale oder diachrone Variation, sondern unabhängige, systembedingte Variation, wie sie sich zum Beispiel in sogenannten Zweifelsfällen äußert. Das Seminar führt dazu einerseits in die Grundlagen der gebrauchsbasierten probabilistischen Grammatik ein und beschäftigt sich andererseits mit ihrer Anwendung auf das Deutsche. Wir lesen einige von meinen Arbeiten zur probabilistischen Morphologie, Syntax und Graphematik des Deutschen sowie andere Werke, nicht unbedingt nur zum Deutschen. Eine Kombination mit meiner Vorlesung/meinem Seminar zur statistischen Inferenz liegt nahe und ist für Masterstudierende sowie bei Belegung zur Examensvorbereitung an der FSU Jena verpflichtend.

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Statistische Inferenz (Vorlesung/Übung)

Inhalte und Zielpublikum

Diese Lehrveranstaltung richtet sich an alle, die etwas über Statistik lernen möchten, das über die üblichen Einführungen hinausgeht, die dabei aber alle wichtigen Verfahren der frequentistischen Statistik kennenlernen möchten. In dieser Vorlesung und Übung werden statistische Verfahren eingeführt. Der Fokus liegt nicht auf dem stupiden Auswendiglernen von Verfahren zur mechanischen Anwendung, sondern auf dem Verstehen gerechtfertigter und nicht gerechtfertigter Inferenzen auf Basis von Daten mittels statistischer Verfahren. Wir beschäftigen uns also mit dem ewigen Kampf, den die Wissenschaft mit der Varianz in ihren jeweiligen Betrachtungsbereichen führt. Es wird daher auf eine Einführung in R, SPSS oder ein anderes Statistikpaket verzichtet. Sie rechnen von Hand, soweit das geht, oder lernen, Ergebnisse statistischer Verfahren zu interpretieren, wenn ein Rechnen von Hand nicht praktikabel ist (nur bei GLMs und GLMMs). Eine Kombination mit meiner Vorlesung/meinem Seminar zur probabilistischen Grammatik liegt nahe und ist für Masterstudierende sowie bei Belegung zur Examensvorbereitung an der FSU Jena verpflichtend.

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Formale Syntax: HPSG (Vorlesung)

Inhalte und Zielpublikum

Diese Vorlesung (und die zugehörige Übung bzw. das Begleitseminar) führen in die Head-Driven Phrase Structure Grammar anhand des Deutschen ein. Dazu wird das Buch von Stefan Müller verwendet und fallweise ergänzt. Die Vorlesung wendet sich an alle, die eine wirklich formale symbolische Beschreibung der deutschen Syntax (auch im Gegensatz zu pseudo-formalisierten Baumbeschreibungen) kennenlernen möchten, und die vor Formalismen aus der Logik, Mathematik und Informatik nicht zurückschrecken. Auch wenn nicht-formalisierte Beschreibungsrahmen mit kognitivem Anspruch en vogue sind, kommt man meines Erachtens nicht umhin, die symbolischen Eigenschaften menschlicher Sprache zu würdigen und in Bezug zu den Ergebnissen der kognitiv orientierten und empirischen Forschung zu setzen.

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