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Grammatik in der Praxis (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

Dieses Seminar richtet sich vor allem an Lehramtsstudierende im Fach Deutsch, ist aber auch für BA-Studierende der Germanistik geeignet. Inhaltlich wird eine Vertrautheit mit den Inhalten der Module Morphologie und Syntax erwartet.

Im Seminar werden grammatische Themen aus der Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen (EGBD3) und teilweise aus der Einführung in die Phonetik/Phonologie systematisch wiederholt und gefestigt. Der entscheidende Unterschied zu den Einführungsmodulen besteht in der Methode: Wir arbeiten durchgehend mit authentischen Texten verschiedener Textsorten und Register. In jeder Sitzung wird ein grammatisches oder graphematisches Thema wiederholt und in konkreten Texten analysiert. Dabei werden drei Ziele verfolgt:

  • Festigung der deskriptiven Grammatikkenntnisse durch wiederholte Anwendung auf reale sprachliche Daten
  • Erarbeitung textsorten- und registerspezifischer grammatischer Funktionen – also die Frage, warum bestimmte grammatische Mittel in bestimmten Textsorten besonders häufig oder funktional sind
  • Vorbereitung auf schulische Vermittlungssituationen, da die Arbeit mit Texten gerade für die Grammatikvermittlung in der Schule herausragend geeignet ist

Für Lehramtsstudierende ist dieses Seminar besonders relevant: Der Thüringer Lehrplan Deutsch fordert im Bereich Sprachreflexion durchgängig, dass Lernende sprachliche Strukturen auf Wort-, Satz- und Textebene analysieren, in ihrer Funktion und Wirkung beurteilen und intentionsgerecht anwenden können. Das setzt voraus, dass Lehrpersonen grammatische Formen sicher erkennen und ihre Funktion in konkreten Texten beurteilen können. Genau das üben wir hier. Auch die lehrplanrelevanten Bereiche Textsortenkenntnis, Registerbewusstsein und normsprachliche Korrektheit werden durch die textanalytische Arbeit adressiert.

Für BA-Studierende gilt: Eine gute Beherrschung der deskriptiven Grammatik des Deutschen ist für alle Germanist*innen eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung – unabhängig davon, ob Sie später in der Forschung, im Verlagswesen, in der Sprachberatung oder in einem anderen Berufsfeld arbeiten. Die textanalytische Perspektive dieses Seminars schärft dabei den Blick für sprachliche Strukturen weit über die Grammatik im engeren Sinn hinaus.

Seminarablauf

  • Jede Sitzung besteht aus zwei Teilen: Wiederholung eines grammatischen/graphematischen Themas und Textanalyse.
  • Vorbereitung Wiederholung: Sie lesen die angegebenen Kapitel/Abschnitte aus EGBD3 und die zugehörigen Materialien nach. Videos zur Wiederholung finden Sie auf den Webseiten zu Morphologie und Syntax. [ca. 30 Minuten]
  • Vorbereitung Textanalyse: Sie erhalten vorab einen Text. Zuhause identifizieren Sie Konstruktionen, Formen und Merkmale, die zum Thema der jeweiligen Sitzung gehören. In der Sitzung analysieren wir den Text gemeinsam und erarbeiten, welche grammatischen Mittel textsortenspezifisch oder registerspezifisch eingesetzt werden und welche Funktionen sie erfüllen. [ca. 60 Minuten]
  • Die Texte stammen aus verschiedenen Textsorten und Registern und werden je nach urheberrechtlicher Situationüber die Webseite oder Moodle zur Verfügung gestellt.

Prüfung

Module zu diesem Seminar (B-GSW-107 oder B-GSW-108) werden mit einenr mündlichen Prüfung abgeschhlossen.

Seminarplan mit Links zu den Materialien

Grundlage ist EGBD3. Die Kapitel- und Abschnittnummern beziehen sich auf die dritte Auflage.

DatumThema (EGBD3)
14. AprilSilben und Wörter (5.2)
21. AprilWortbildung (8)
28. AprilWortbildung (8)
5. MaiNominalflexion (9)
12. MaiNominalflexion (9)
19. MaiVerbflexion (10)
26. MaiPhrasen (12)
2. JuniPhrasen (12)
9. JuniSätze und Felder (13)
16. JuniSätze und Felder (13)
23. JuniNebensätze
30. JuniPassive
7. JuliSubjekte und Objekte

Der Kern der deutschen Grammatik und Graphematik (Examensvorbereitung II)

+++ Version vom Sommer 2026 +++

Inhalte und Zielpublikum

Das Modul richtet sich primär an Studierende im Lehramt für Deutsch (erstsprachig) in der Sekundarstufe , die sich auf ihre Examensprüfung vorbereiten. Es werden deskriptive grammatische Inhalte (Phonologie, Morphologie, Syntax, Graphematik) wiederholt und geübt. Zusätzlich werden Konzepte der Grammatikvermittlung besprochen sowie die Materialauswahl für den Schulunterricht geübt. Im Interesse steht dabei der fachwissenschaftliche Blickwinkel auf Grammatikvermittlung, nicht primär der didaktische. Da die Lehramtsausbildung auch für (angehende) Forschende und Lehrende in der germanistischen Linguistik die wichtigste sinn- und finanzierungsstiftende Säule ihrer Existenz ist, ist dieses Modul auch für Masterstudierende geeignet.

Der Unterschied zum Modul Grammatische Beschreibung und schulische Grammatikvermittlung (Wintersemester, informell Examensvorbereitung I) besteht vor allem darin, dass wir hier Beispiele für Übungsmaterial selbst zusammenstellen und nicht existierende Aufgaben analysieren. Dies erfordert es, dass wir uns genauer mit den Konzepten des Systemkerns und der Systemperipherie (bekannt z.B. aus der Morphologie in Form von Kernwörtern und Fremdwörtern) auseinandersetzen.

Literatur

  • Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen in der dritten Auflage von 2016 (EGBD3)
  • Das Fremdwort im Deutschen von Peter Eisenberg in der dritten Auflage von 2018: Link zur Thulb (nur einige Teile aus der Einleitung zum Systemkern)
  • Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht von Ursula Bredel in der zweiten Auflage von 2013: Link zur Thulb (nur in geringfügigen Auszügen)
  • Artikel Feilke (2012) Bildungssprache
  • Artikel Ossner (2007) Grammatik in Schulbüchern
  • Eisenberg & Menzel (1995) Grammatikwerkstatt

Organisation

Seminarablauf Grammatik (ca. 120–180 Minuten pro Woche)

  • Alle müssen die jeweiligen Textabschnitte gelesen haben.
  • Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Textabschnitt von ca. 3–5 Seiten aus dem gegebenen Kapitel/Text zur Sitzung aus, über den Sie im Seminar sprechen möchten. Die Abschnitte werden über Moodle gesammelt und in der Lehrveranstaltung anderen Teilnehmern zugelost, die sie daraufhin (nach ca. 15 Minuten Einarbeitungszeit) referieren. Die zufällig ausgewählte Teilnehmer fassen den Textabschnitt zusammen, ordnen ihn ein und beziehen ihn auf praktische Fragen. [30–45 Minuten]
  • Im weiteren Verlauf üben wir das grammatische Thema und überlegen, nach welchen Kriterien entsprechendes Übungsmaterial zusammengestellt werden könnte (Anwendungsbezug). [75–150 Minuten]

Seminarablauf Lektüre (ca. 60 Minuten in den betreffenden Wochen)

  • Alle müssen immer die jeweiligen Texte/Textabschnitte gelesen haben.
  • Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Textabschnitt von 3–5 Seiten aus. Per Zufall werden in der Sitzung fünf Personen ausgewählt, die ihren jeweiligen Textabschnitt kurz zusammenfassen, einordnen und auf praktische Fragen beziehen. Alle anderen können jederzeit Fragen stellen. [30 Minuten]
  • Wir diskutieren Inhalt und Relevanz des Texts. [30 Minuten]

Prüfung

Schriftliche Examensprüfungen bestehen aus drei gleich stark gewichteten Teilen:

  1. Grammatische Analysefragen zum Deutschen (Morphologie, Syntax, Phonologie und Graphematik)
  2. Kurze inhaltliche Darstellung eines der gelesenen Texte (Auswahl aus drei zur Auswahl gestellten Texten)
  3. Konzeption einer Lerneinheit zu einem grammatischen Thema, das aus einer Liste von fünf gegebenen Themen gewählt werden kann.

Mündliche Examensprüfungen bestehen nur aus einem Teil, entsprechend Teil 3 der schriftlichen Prüfung: Wir führen ein Gespräch über die Konzeption einer Lerneinheit zu einem grammatischen Thema (und in diesem Rahmen ein Gespräch über das grammatische Thema selbst). Sie geben vorher drei Themen an, auf die Sie sich vorbereiten, und eins wird direkt vor der Prüfung durch die Prüfenden ausgewählt. Sie erhalten zusätzlich 30 Minuten Vorbereitungszeit vor der Prüfung nach Auswahl des Themas.

Seminarplan

DatumGrammatik (EGBD3)Lektüre
13. AprilSilbenstruktur (5.2)
20. AprilWortbildung (8)Eisenberg: Kern/Fremdwort Abschnitt 1.3 (S. 15–28) + EGBD3 Abschnitt 1.1.5 (S. 9–13)
27. AprilNominalflexion (9.1 und 9.2)Sprachbetrachtung und die Rolle der Schrift (Bredel 1.1–1.3)
4. Mai
11. MaiNominalflexion (9.3 und 9.4)
18. MaiVerbflexion (10)Sprachliche Bewusstheit (Bredel 2.1)
1. JuniSätze und Felder (13)Konzepte des Grammatikunterrichts (Bredel 3.2)
8. JuniNebensätze (tba)Eisenberg & Menzel (1995)
15. JuniPassive (tba)Feilke (2012)
22. JuniSubjekte und Objekte (tba)Ossner (2015)
29. JuniSchreibprinzipien 1 (tba)
6. JuliSchreibprinzipien 2 (tba)

Grammatische Beschreibung und schulische Grammatikvermittlung (Examensvorbereitung I)

+++ Version vom Winter 2025/2026 +++

Inhalte und Zielpublikum

Das Modul richtet sich primär an Studierende im Lehramt für Deutsch (erstsprachig) in der Sekundarstufe , die sich auf ihre Examensprüfung vorbereiten. Es werden einerseits deskriptive grammatische Inhalte wiederholt, andererseits Konzepte der Grammatikvermittlung besprochen und auf Aufgaben aus schulischen Lehrwerken angewandt. Im Interesse steht dabei der fachwissenschaftliche Blickwinkel auf Grammatikvermittlung, nicht primär der didaktische. Da die Lehramtsausbildung auch für (angehende) Forschende in germanistischer Linguistik die wichtigste sinn- und finanzierungsstiftende Säule ihrer Existenz ist, ist dieses Modul auch für Masterstudierende geeignet.

Grundlage bilden meine Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen in der aktuell dritten Auflage (EGBD3), die Materialien aus Stefan Lotzes Seminar zur Syntax (Link folgt) sowie das Buch Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht von Ursula Bredel in der zweiten Auflage von 2013 (Link zur Thulb).

Organisation

Seminarablauf Grammatik

  • Alle müssen die jeweiligen Textabschnitte gelesen haben.
  • Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Absatz (oder Textabschnitte) bis zu ca. einer halben Seite aus. Sie geben den Verweis auf den Abschnitt (z.B.: Seite 13, mittlerer Absatz) am Anfang der Sitzung auf Karten/Zetteln beim Dozenten ab. Jeder bekommt die Karte eines anderen Teilnehmers. Sie haben daraufhin 10 Minuten Zeit, die zugelosten Textabschnitte nochmal durchzulesen. Drei zufällig ausgewählte Teilnehmer  fassen dann den zugelosten Textabschnitt in je maximal 3 Minuten zusammen, ordnen ihn ein und beziehen ihn auf praktische Fragen. [25 Minuten]
  • Sie suchen zuhause selbst weitere Beispiele, mit denen man die im Text besprochenen grammatischen Phänomene illustrieren und erklären kann. Die Beispiele werden reihum genannt und kurz besprochen. Die Wahl Ihrer Hilfsmittel machen Sie dabei bitte transparent, zumal alle denkbaren Hilfsmittel zulässig sind. [Bei ca. 10 Teilnehmern und 1–3 Minuten pro Teilnehmer 10–30 Minuten]
  • Sie erhalten außerdem einen primärsprachlichen Text zur Vorbereitung. Wir suchen gemeinsam im Text nach Konstruktionen, Formen und Merkmalen, die zum besprochenen Phänomenbereich gehören. Sie sollten natürlich zuhause bereits passende Stellen im Text gesucht haben. Anders gesagt analysieren wir den Text auf die besprochenen grammatischen Phänomene hin. [Restliche Zeit]

Seminarablauf Grammatikvermittlung : Lektüre

  • Alle müssen immer die jeweiligen Texte/Textabschnitte gelesen haben.
  • Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Absatz (oder Textabschnitte) bis zu ca. einer halben Seite aus. Per Zufall werden in der Sitzung fünf Personen ausgewählt, die ihren jeweiligen Textabschnitt in 3–5 Minuten zusammenfassen, einordnen und auf praktische Fragen beziehen. Alle anderen können jederzeit Fragen stellen. Eine Zusammenfassung Ihrer Auseinandersetzung mit der Textstelle geben Sie am Anfang auf einer halben bis einer A4-Seite maschinenschriftlich ab. [15–25 Minuten]
  • Sie bringen zwei – offenen und verständnisbezogenen – Fragen aus der Textlektüre mit.  Es dürfen keine einfachen Definitionsfragen oder Wissensfragen sein. Diese Fragen geben Sie auf Karteikarten/Zetteln am Anfang der Sitzung ab. Wir beantworten dann die Fragen im Plenum. Die Frage wird

Seminarablauf Grammatikvermittlung : Lehrwerksanalyse

  • Jeweils zwei bis drei Teilnehmende schauen sich zur Vorbereitung eine vorher vereinbarte Schulbuchaufgabe zuhause gemeinsam oder als Gruppe an.
  • In der Sitzung leiten diese Teilnehmenden die Diskussion zu diesen Aufgaben: Zunächst bekommen alla Teilnehmenden die Aufgabe vorgelegt und können sie sich in Stillarbeit anschauen [5 Minuten]. Dann lösen Sie die Aufgaben ganz oder exemplarisch interaktiv mit den anderen Teilnehmenden [5–10 Minuten]. Im nächsten Schritt animieren Sie durch strukturierte Fragen, die anderen Teilnehmenden (1) das erforderliche Hintergrundwissen für die Aufgabe [10 Minuten] (2) die Qualität und Auswahl der Beispiele  [5 Minuten] und (3) die Vermittlungsmethode der Aufgabe zu reflektieren [5 Minuten]. [Für die Vorstellung und Abschlussdisksussion rechnen Sie ca. weitere 5 Minuten ein.] Teil der Diskussion soll der Versuch sein, vorauszusehen, an welchen Stellen die Aufgabe im Deutschunterricht gut funktionieren oder Probleme verursachen könnte. Gerne dürfen Sie Verbesserungsvorschläge herausarbeiten. Wir besprechen so drei Aufgaben pro Woche.

Prüfung

Die Examensprüfung besteht aus zwei Teilen: (1) Grammatische Analysefragen zum Deutschen (phonologische Analysen sowie Wort- und Satzanalysen). (2) Analyse von Schulbuchaufgaben im Rahmen der besprochenen Vermittlungsansätze.

Seminarplan

DatumGrammatik (EGBD3)Vermittlung (Bredel)
13. OktoberVorbesprechungVorbesprechung
20. OktoberPhonetik (4)Sprachbetrachtung und die Rolle der Schrift (1.1–1.3)
27. OktoberSegmentale Phonologie (5.1)Metasprache und Metakommunikation (1.4)
3. NovemberProsodie (5.2)Können und Wissen (1.5)
10. November
17. NovemberWortbildung (8)Norm (1.6)
24. NovemberNominalflexion (9)Übung Wortbildung
1. DezemberVerbalflexion (10) | Repetitorium zur Verbflexion
8. DezemberPhrasen (12)Bildungssprache (Feilke, Gogolin/Lange) | Literaturpaket (Falls Download fehlschlägt, bitte Browser-Einstellungen für "unsichere Downloads" überprüfen.)
15. DezemberSätze (13)Sprachliche Bewusstheit (2.1)
5. JanuarWiederholung Satzsyntax
Prädikate, Subjekte und Objekte (14.1, 14.2, 14.4, 14.5)
12. JanuarPhonologische Schreibprinzipien (15)Konzepte des Grammatikunterrichts (3.2)
19. JanuarMorphosyntaktische Schreibprinzipien (16)Lehrwerksanalyse
26. JanuarKern und Peripherie (Eisenberg 2011:15–29, optional Kap. 4–6)Lehrwerksanalyse
2. FebruarWiederholung/FragenLehrwerksanalyse

Sprachphilosophie (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

In dieser Lehrveranstaltung wird in die linguistisch orientierte analytische Sprachphilosophie des 20. Jahrhunderts aus Sicht der Linguistik eingeführt. Wir besprechen und lesen Frege, Russell, Davidson, Kripke, Montague, evtl. Wittgenstein oder Grice, und ein paar Opponenten der Genannten. Ich bin kein Philosoph, und ich täusche auch nicht vor, einer zu sein. Ich versuche den Teilnehmenden nur näherzubringen, wie stark Teile der Linguistik (z.B. die formale Semantik) aus der Sprachphilosophie entstanden sind.

Die Veranstaltung ist für alle fortgeschrittenen Studierenden der Linguistik, der Germanistik und des Lehramtsstudiums Deutsch (Sek 2) geeignet. Außer guten Grammatikkenntnissen sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Eine kurze Einführung in die Logik und ein Einblick in die formale Semantik werden im Seminar gegeben und sind keine Voraussetzung. Für Philosophiestudenten ist dieses Seminar nicht oder nur bedingt geeignet, weil es nicht das der Philosophie angemessene Niveau erreichen kann.

Wichtig: Wir beginnen mit der Lektüre von ca. 200 Seiten aus einer Einführung in englischer Sprache (Lycan: Philosophy of Language). Sie müssen Englisch lesen können. Im Anschluss lesen wir ausgewählte Texte von Sprachphilosophen oder Ausschnitte daraus. Sie benötigen eine gewisse Frustrationstoleranz beim Lesen widerspenstiger Texte. Sobald Sie versuchen, LLMs (z.B. ChatGPT) einzusetzen, anstatt die Texte zu lesen und zu verstehen, können Sie es gleich bleiben lassen. Im Seminar werden zudem Diskussionsformen und Hausaufgaben eingesetzt, die es unmöglich machen, mit LLMs erfolgreich zum Abschluss zu kommen.

In der Abschlussklausur (Staatsexamen) müssen Sie einen der Texte diskutieren und in Bezug zu den anderen Texten setzen. Sie erhalten dazu in der Prüfung zwei Texte zur Auswahl, sodass Sie z.B. zwischen Frege und Kripke wählen können.

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Grundriss der deutschen Grammatik (SE)

Inhalte und Zielpublikum

Alle, die Germanistik oder Deutsche Philologie studiert haben, sollten sich in ihrem Studium einen Überblick über das grammatische System des Deutschen angeeignet haben. Die Einführungsveranstaltungen eignen sich dazu aus Zeitgründen nur bedingt. Dieses Seminar hilft Teilnehmenden, ihr Fähigkeiten in der grammatischen Analyse des Deutschen zu vertiefen und souveräner im Umgang mit grammatischen Sachverhalten zu werden. Dazu versuchen sie zunächst, aus flachen Quellen (wie StudySmarter und ChatGPT) substanzielles Wissen über Themen der Grammatik des Deutschen zu gewinnen. In der zweiten Hälfte des Seminars versuchen sie, dieselben Themen fundiert durch Lektüre meiner Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen und des Grundrisses der deutschen Grammatik von Peter Eisenberg (Achtung: Wir verwenden die 3. Auflage!) und einer weiteren (selbst gesuchten bzw. gewählten) wissenschaftlichen Quelle zu erschließen.

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Deutsche Morphologie (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

In diesem Seminar wird vor allem die Morphologie (Formenlehre) des Deutschen besprochen. Dabei wird auch die Strukturierung des Wortschatzes (also des sogenannten Lexikons) durch wortklassenbezogene Generalisierungen (Flexionsklassen, Ableitungen, Valenzmuster usw.) in den Vordergrund gestellt. Das Seminar basiert auf meiner Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen. Die nötigen Vorkenntnisse in Einklang mit dem Rahmenlehrplan für das Fach Deutsch in Thüringen definiert der Einstiegstest Morphologie.

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Deutsche Syntax (Vorlesung)

Inhalte und Zielpublikum

In dieser Vorlesung führe ich in ein didaktisiertes Beschreibungsformat für syntaktische Strukturen ein, in dem dann die fundamentalen syntaktischen Strukturen des Deutschen (Phrasentypen und Satztypen) modelliert werden. Die Vorlesung basiert auf meiner Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen. Die nötigen Vorkenntnisse in Einklang mit dem Rahmenlehrplan für das Fach Deutsch in Thüringen definiert der Einstiegstest Syntax. Die Vorlesung wendet sich ausdrücklich an alle, die Germanistik in der Basisphase studieren, also vor allem Deutsch-Lehramtstudierende und Fachstudierende in Germanistik oder germanistischer Linguistik.

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Probabilistische Grammatik (Seminar)

Inhalte und Zielpublikum

Dieses Seminar richtet sich an alle, die sich für Variation und ihre Modellierung im Deutschen oder anderen Sprachen interessieren. Dabei geht es vor allem nicht um die üblichen Dimensionen wie dialektale oder diachrone Variation, sondern unabhängige, systembedingte Variation, wie sie sich zum Beispiel in sogenannten Zweifelsfällen äußert. Das Seminar führt dazu einerseits in die Grundlagen der gebrauchsbasierten probabilistischen Grammatik ein und beschäftigt sich andererseits mit ihrer Anwendung auf das Deutsche. Wir lesen einige von meinen Arbeiten zur probabilistischen Morphologie, Syntax und Graphematik des Deutschen sowie andere Werke, nicht unbedingt nur zum Deutschen. Eine Kombination mit meiner Vorlesung/meinem Seminar zur statistischen Inferenz liegt nahe und ist für Masterstudierende sowie bei Belegung zur Examensvorbereitung an der FSU Jena verpflichtend.

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Statistische Inferenz (Vorlesung/Übung)

Inhalte und Zielpublikum

Diese Lehrveranstaltung richtet sich an alle, die etwas über Statistik lernen möchten, das über die üblichen Einführungen hinausgeht, die dabei aber alle wichtigen Verfahren der frequentistischen Statistik kennenlernen möchten. In dieser Vorlesung und Übung werden statistische Verfahren eingeführt. Der Fokus liegt nicht auf dem stupiden Auswendiglernen von Verfahren zur mechanischen Anwendung, sondern auf dem Verstehen gerechtfertigter und nicht gerechtfertigter Inferenzen auf Basis von Daten mittels statistischer Verfahren. Wir beschäftigen uns also mit dem ewigen Kampf, den die Wissenschaft mit der Varianz in ihren jeweiligen Betrachtungsbereichen führt. Es wird daher auf eine Einführung in R, SPSS oder ein anderes Statistikpaket verzichtet. Sie rechnen von Hand, soweit das geht, oder lernen, Ergebnisse statistischer Verfahren zu interpretieren, wenn ein Rechnen von Hand nicht praktikabel ist (nur bei GLMs und GLMMs). Eine Kombination mit meiner Vorlesung/meinem Seminar zur probabilistischen Grammatik liegt nahe und ist für Masterstudierende sowie bei Belegung zur Examensvorbereitung an der FSU Jena verpflichtend.

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Formale Syntax: HPSG (Vorlesung)

Inhalte und Zielpublikum

Diese Vorlesung (und die zugehörige Übung bzw. das Begleitseminar) führen in die Head-Driven Phrase Structure Grammar anhand des Deutschen ein. Dazu wird das Buch von Stefan Müller verwendet und fallweise ergänzt. Die Vorlesung wendet sich an alle, die eine wirklich formale symbolische Beschreibung der deutschen Syntax (auch im Gegensatz zu pseudo-formalisierten Baumbeschreibungen) kennenlernen möchten, und die vor Formalismen aus der Logik, Mathematik und Informatik nicht zurückschrecken. Auch wenn nicht-formalisierte Beschreibungsrahmen mit kognitivem Anspruch en vogue sind, kommt man meines Erachtens nicht umhin, die symbolischen Eigenschaften menschlicher Sprache zu würdigen und in Bezug zu den Ergebnissen der kognitiv orientierten und empirischen Forschung zu setzen.

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