+++ Version vom Sommer 2026 +++
Inhalte und Zielpublikum
Das Modul richtet sich primär an Studierende im Lehramt für Deutsch (erstsprachig) in der Sekundarstufe , die sich auf ihre Examensprüfung vorbereiten. Es werden deskriptive grammatische Inhalte (Phonologie, Morphologie, Syntax, Graphematik) wiederholt und geübt. Zusätzlich werden Konzepte der Grammatikvermittlung besprochen sowie die Materialauswahl für den Schulunterricht geübt. Im Interesse steht dabei der fachwissenschaftliche Blickwinkel auf Grammatikvermittlung, nicht primär der didaktische. Da die Lehramtsausbildung auch für (angehende) Forschende und Lehrende in der germanistischen Linguistik die wichtigste sinn- und finanzierungsstiftende Säule ihrer Existenz ist, ist dieses Modul auch für Masterstudierende geeignet.
Der Unterschied zum Modul Grammatische Beschreibung und schulische Grammatikvermittlung (Wintersemester, informell Examensvorbereitung I) besteht vor allem darin, dass wir hier Beispiele für Übungsmaterial selbst zusammenstellen und nicht existierende Aufgaben analysieren. Dies erfordert es, dass wir uns genauer mit den Konzepten des Systemkerns und der Systemperipherie (bekannt z.B. aus der Morphologie in Form von Kernwörtern und Fremdwörtern) auseinandersetzen.
Literatur
- Einführung in die grammatische Beschreibung des Deutschen in der dritten Auflage von 2016 (EGBD3)
- Das Fremdwort im Deutschen von Peter Eisenberg in der dritten Auflage von 2018: Link zur Thulb (nur einige Teile aus der Einleitung zum Systemkern)
- Sprachbetrachtung und Grammatikunterricht von Ursula Bredel in der zweiten Auflage von 2013: Link zur Thulb (nur in geringfügigen Auszügen)
- Artikel Feilke (2012) Bildungssprache
- Artikel Ossner (2007) Grammatik in Schulbüchern
- Eisenberg & Menzel (1995) Grammatikwerkstatt
Organisation
Seminarablauf Grammatik (ca. 120–180 Minuten pro Woche)
- Alle müssen die jeweiligen Textabschnitte gelesen haben.
- Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Textabschnitt von ca. 3–5 Seiten aus dem gegebenen Kapitel/Text zur Sitzung aus, über den Sie im Seminar sprechen möchten. Die Abschnitte werden über Moodle gesammelt und in der Lehrveranstaltung anderen Teilnehmern zugelost, die sie daraufhin (nach ca. 15 Minuten Einarbeitungszeit) referieren. Die zufällig ausgewählte Teilnehmer fassen den Textabschnitt zusammen, ordnen ihn ein und beziehen ihn auf praktische Fragen. [30–45 Minuten]
- Im weiteren Verlauf üben wir das grammatische Thema und überlegen, nach welchen Kriterien entsprechendes Übungsmaterial zusammengestellt werden könnte (Anwendungsbezug). [75–150 Minuten]
Seminarablauf Lektüre (ca. 60 Minuten in den betreffenden Wochen)
- Alle müssen immer die jeweiligen Texte/Textabschnitte gelesen haben.
- Sie wählen als Hausaufgabe einen für Sie zentralen Textabschnitt von 3–5 Seiten aus. Per Zufall werden in der Sitzung fünf Personen ausgewählt, die ihren jeweiligen Textabschnitt kurz zusammenfassen, einordnen und auf praktische Fragen beziehen. Alle anderen können jederzeit Fragen stellen. [30 Minuten]
- Wir diskutieren Inhalt und Relevanz des Texts. [30 Minuten]
Prüfung
Schriftliche Examensprüfungen bestehen aus drei gleich stark gewichteten Teilen:
- Grammatische Analysefragen zum Deutschen (Morphologie, Syntax, Phonologie und Graphematik)
- Kurze inhaltliche Darstellung eines der gelesenen Texte (Auswahl aus drei zur Auswahl gestellten Texten)
- Konzeption einer Lerneinheit zu einem grammatischen Thema, das aus einer Liste von fünf gegebenen Themen gewählt werden kann.
Mündliche Examensprüfungen bestehen nur aus einem Teil, entsprechend Teil 3 der schriftlichen Prüfung: Wir führen ein Gespräch über die Konzeption einer Lerneinheit zu einem grammatischen Thema (und in diesem Rahmen ein Gespräch über das grammatische Thema selbst). Sie geben vorher drei Themen an, auf die Sie sich vorbereiten, und eins wird direkt vor der Prüfung durch die Prüfenden ausgewählt. Sie erhalten zusätzlich 30 Minuten Vorbereitungszeit vor der Prüfung nach Auswahl des Themas.
Seminarplan
| Datum | Grammatik (EGBD3) | Lektüre |
|---|---|---|
| 13. April | Silbenstruktur (5.2) | — |
| 20. April | Wortbildung (8) | Eisenberg: Kern/Fremdwort Abschnitt 1.3 (S. 15–28) + EGBD3 Abschnitt 1.1.5 (S. 9–13) |
| 27. April | Nominalflexion (9.1 und 9.2) | Sprachbetrachtung und die Rolle der Schrift (Bredel 1.1–1.3) |
| 4. Mai | Nominalflexion (9.3 und 9.4) | Können und Wissen (Bredel 1.5) |
| 11. Mai | Verbflexion (10) | Sprachliche Bewusstheit (Bredel 2.1) |
| 18. Mai | Phrasen (12) | Konzepte des Grammatikunterrichts (Bredel 3.2) |
| 1. Juni | Sätze und Felder (13) | — |
| 8. Juni | Nebensätze (tba) | Eisenberg & Menzel (1995) |
| 15. Juni | Passive (tba) | Feilke (2012) |
| 22. Juni | Subjekte und Objekte (tba) | Ossner (2015) |
| 29. Juni | Schreibprinzipien 1 (tba) | — |
| 6. Juli | Schreibprinzipien 2 (tba) | — |